Schlesien positive energie

Verkehrsinfrastruktur

Verkehrsinfrastruktur

Von 10 Korridoren des sich europaweit erstreckenden Verkehrsnetzes verlaufen 4 über das Gebiet Polens, wovon 2 in der Woiwodschaft Śląskie schneiden:

  • der Korridor III -Berlin -Wrocław - Katowice - Kraków - Lemberg
  • der Korridor VI -  Gdańsk -Katowice - Żilina.

Über das Gebiet der Woiwodschaft Śląskie führen historisch entwickelte, bedeutende binnenländische Strecken in der nord- südlichen sowie ost- westlichen Richtung, von diesen drei Bahnhauptstrecken dem internationalen „E" - Netz (AGC) zugeordnet sind:

  • E30 Dresden-Zgorzelec-Wrocław-Katowice-Kraków-Medyka-Lemberg-Kijew-Moskau
  • E59 Malmö-Ystad-Świnoujście-Zielona Góra-Wrocław-Racibórz-Chałupki 
  • E65 Gdynia-Warszawa-Katowice-Zebrzydowice-Ostrava-Wien. 

Die Woiwodschaft  Ślaskie hat das am besten ausgebaute  Stadtverkehrsnetz, immerhin befindet sich hier über 20% der gesamten landesweiten Verkehrsstrecken. Des weiteren verfügt der Grossraum über 362 km Bahngleise, während vergleichsweise in der Woiwodschaft Łódzkie  Bahngleise über die Strecke von 207 km und in der Woiwodschaft Mazowieckie  von 241 km ausgebaut sind.  

Strassenverkehr

Der Oberschlesische Ballungsraum 

Ein wichtiges Element des Siedlungssystems der Woiwodschaft Śląskie stellt der oberschlesische Ballungsraum dar. Es handelt sich hier um dicht aneinander liegende Städte, die sich über eine Strecke von ca. 70 km, zwischen  der Stadt Dąbrowa Górnicza und Gliwice erstrecken und durch eine große Dichte der wirtschaftlichen Aktivität geprägt sind.  Auf den Ballungsraum entfallen 18% der Gesamtfläche der Woiwodschaft (1200 km²), und rund 60 % der Einwohner der Region wohnen hier. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt auf dieser Oberfläche über 1900 Personen /km². Der Raum ist zudem ein bedeutender Verkehrsknoten, bedingt sowohl durch die Lage als auch das abgewickelte Verkehrsaufkommen. Seine Funktion ist nicht allein für die Woiwodschaft von Bedeutung, viel mehr ist der Ballungsraum als wichtige Verkehrsschnittstelle und damit eine bedeutende Komponente des gesamteuropäischen Verkehrsnetzes zu betrachten. 

Der Ballungsraum liegt an der Schnittstelle von zwei Verkehrsadern, die für Europa von enormer Bedeutung sind. Beherrschende Stellung hat die Achse Ost- West. In dieser Richtung verläuft die Autobahn A-4 und die noch im Bau begriffene Schnellstraße  Katowice - Gliwice (auch Stadtautobahn genannt). Das gesamte Verkehrsaufkommen in der Achse Ost- West wird laut Prognosen in 2005  in Katowice die Intensität von rund 150 Tsd. Fahrzeugen/Tag erreichen. Beiden Verkehrsadern werden im gesamten Verkehrssystem des Ballungstraums unterschiedliche Funktionen zukommen. So wird  die Autobahn als wesentliche  Aufgabe die Abwicklung des Fernverkehrs einschließlich des Transitverkehrs übernehmen, und die Stadtautobahn hauptsächlich den örtlichen Verkehr. Aus diesem Grund werden an der letzteren auf einer vergleichbaren Strecke 26 Knotenpunkte während an der Autobahn lediglich 6 eingerichtet.

Die Stadtautobahn  (DTŚ)

Die Stadtautobahn ist  eine der wichtigsten Investitionen in Straßen im oberschlesischen Ballungsraum.  Diese wichtige Verkehrsader wird die Verbindung zwischen den Städten: Katowice, Chorzów, Świętochłowice, Ruda Śląska, Zabrze und  Gliwice  schaffen. 

Die Schnellstraße DTŚ ist eine durch mehrere Städte führende Straße, die auch als Stadtautobahn bezeichnet wird.  Sie spielt eine tragende Rolle als wesentliches Element bei der Implementierung des integrierten Nahverkehrssystems für den Ballungsraum, das die Möglichkeit für einen intakten Verkehrsbetrieb und -steuerung  im Kernbereich des Ballungsraums eröffnet. Ferner trägt diese Maßnahme zur Entlastung des Verkehrs auf den Straßen in Siedlungen, Stadtteilen und Innenstädten durch  Umleitung des mit ihnen nicht unmittelbar verbundenen Verkehrs und insbesondere der Mittel- und Schwertransporte, bei.  Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass diese Verkehrsader eine wesentliche  Verbindung für den individuellen Straßenverkehr zwischen  den Städten gewährleisten wird.
Die Schaffenden der Stadtautobahn haben errechnet, dass  mit der Fertigstellung dieser  Maßnahme der Weg von Katowice nach Gliwice um 26 % und die Fahrtdauer um 76% verkürzt werden, darüber hinaus werden Treibstoffeinsparnisse von 47 % erzielt, während die Unfallquote um 82%, die Betriebskosten um 39% und die Luftverschmutzung um über  50% zurück gehen werden. 

Bahnverkehr

In der Wojewodschaft werden rund 50 % der gesamten binnenländischen Bahntransporte abgewickelt. Eine große Bedeutung kommt vor diesem Hintergrund  dem Umschlagbahnhof in Tarnowskie Góry zu, der europaweit zu den größten zählt. Eine zügige Fortbewegung zwischen den Städten Katowice und Warszawa ermöglicht die Zentrale Bahnhauptstrecke und zwischen Katowice und Gdynia - die Hafenmagistrale, über die der Großteil von Gütern aus der Woiwodschaft befördert wird.

Die Zentrale Bahnhaupstrecke hat einen weiteren Vorteil- die Reise mit dem Intercity von Katowice nach Warschau dauert gerade mal 2h und 40 Minuten. Die hohe Fahrtgeschwindigkeit  und  Intensität der Verbindungen auf der Strecke Katowice- Warschau und zurück bedeutet für Geschäftsreisende, die  häufige Dienstreisen in die Hauptstadt in Kauf nehmen müssen, eine angenehme  Alternative.

Die Bahnstrecken in der Woiwodschaft haben eine Länge von jeweils:

  • normalspurige Bahnstrecken der Polnischen Eisenbahn - 1373 km
  • industrielle Strecken - 330 km.

Besondere Beachtung verdient die Tatsache, dass auf dem Gebiet der Woiwodschaft, in der Ortschaft Sławków, die breitspurige Bahnstrecke, die Polen mit dem Osten verbindet,  Hütten- und Schwefelbahn (LHS) genannt, mündet. Die Standortvorteile, zu denen die Möglichkeit des  Anschlusses von normalspurigen Gleisen an die  breitspurigen zählt, sowie die günstige Lage (70 km von der südlichen Grenze Polens,  280 km von der östlichen Grenze und 400 km von der westlichen entfernt, wie auch die Nähe zu den Flughäfen Katowice und Krakau) werden genutzt um in Sławków ein internationales Logistikcenter zu errichten. Das Projekt sieht vor, den bestehenden Terminal, derzeit hauptsächlich für den Umschlag von Eisenerzen und flüssigen Brennstoffen bestimmt, in ein modernes Logistikcenter zur  Abwicklung des Containerumschlags und des Güterverkehrs zwischen Europa und Asien auszubauen.

Gegenwärtig wird die Überzahl an Gütern in diese Richtung per Schiff verfrachtet, und die Seefrachtdauer aus  den Häfen Asiens nach Europa beträgt ca. 30 Tage. Die Steigerung der Durchsatzkapazität der Bahnverbindung bringt die Verkürzung der Frachtdauer, zusätzlich werden die Frachtkosten auf gleichem Niveau bleiben oder können sogar gesenkt werden.   

Flugverkehr

Zu der guten Verkehrsanbindung der Woiwodschaft trägt im erheblichen Maße  der Internationale Flughafen „Katowice" in Pyrzowice sowie die Nähe von zwei weiteren internationalen Flughäfen, „Balice" (bei Krakau) und in Ostrava in Tschechien, bei.

Den Internationale Flughafen „Katowice" zeichnet im Landesvergleich die geringste Zahl von Tagen, an denen der Flugverkehr behindert ist, dank der hier herrschenden überaus günstigen Wetterverhältnisse.

Es bestehen direkte internationale Verbindungen nach Frankfurt/M und Düsseldorf, und von dort aus bestehen  Anschlussmöglichkeiten beinahe  in die ganze Welt. Kontinuierlich wird das Angebot um neue Verbindungen  erweitert, u.a. nach Dortmund, Dublin, Köln, London, Manchester, Mailand, Paris und Rom. Der Flughafenverkehr ist  zudem durch ein rasantes Wachstum des Personenflugverkehrs geprägt. 

Der Flugverkehr am Internationalen Flughafen Katowice - Fluggäste (in Tsd.)

Das Gefüge des Personenflugverkehrs zeigt, dass Dienst- und Geschäftsreisen im gesamten Flugverkehrsaufkommen eine beherrschende Rolle spielen. Rund 80% der Fluggäste, die am internationalen Flughafen Katowice landen und von hier aus abreisen, gibt als Reisegrund  einen dienstlichen oder geschäftlichen Zweck an. Der Charterflugverkehr, der für aus dem Flughafengroßraum stammenden Touristen als Zielgruppe abgewickelt wird, gilt am Internationalen Flughafen von „Katowice" als das mit Potential zum Zugpferd für die rasante Entwicklung  des privaten Reiseverkehrs.

Der Flugverkehr am Internationalen Flughafen Katowice - Charterflüge (in Tsd.)

Seit 2002 nimmt der Internationale Flughafen „Katowice" den ersten Platz unter regionalen Flughäfen hinsichtlich des Güterbeförderungsaufkommens ein. 

In den letzten 11 Jahren ist das Güterumschlagvolumen, das am hiesigen Flughafen abgewickelt wird, um das Fünfzigfache gestiegen (von 50 t in 1994 auf  5038 t in 2004). Für 3 Quartale 2005 betragen die Cargotransporte  4045 t.

Anteil der Flughäfen am Cargoumschlag in 2004

Die Entwicklung der Güterbeförderung des Internationalen Flughafens ‚Katowice" wird durch den Ausbau des Angebotes an Mietflächen für Büros und Lagerzwecke begleitet. Im 2002 eröffneten Cargo- Terminal III stehen  5800 m² Lagerflächen und  3100 m2 Geschäftsflächen zur Verfügung.  Büroflächen haben gemietet  u.a. das Zollamt und der Grenzschutz, Speditionsunternehmen sowie Zustelldienste, wie die  DHL, TNT, UPS, GTL LOT, Cargo Express und C. Hartwig.

Die besondere Bedeutung des Internationalen Flughafens „Katowice", nicht nur im Hinblick auf den Binnenverkehr sondern auch international, begünstigt u.a. die gute Verkehrsanbindung dank des Standortvorteils - in der Nähe schneiden sich zwei  wesentliche paneuropäische Verkehrswege. 

Der Internationale Flughafen „Katowice" ist  im Vergleich zum Flughafen in Krakau   durch  natürliche Bedingungen wesentlich besser gestellt, nicht allein hinsichtlich der Wetterverhältnisse (wodurch  ursprünglich die an andere Flughäfen bestimmten Flüge hier umgeleitet werden-  insbesondere die aus Warschau und Krakau ) sondern auch durch ein besseres Angebot an geeigneten Arealen. Die letzteren Voraussetzungen, (die in einem guten Angebot an preisgünstigen Grundstücken für die Entwicklung des Flughafens und die Wirtschaftszone verbunden mit dem   Flughafenbetrieb zur  Geltung kommen),  stimulieren einen rasanten Ausbau des Flughafens unter wirtschaftlich vertretbaren  Konditionen.

FERNMELDEWESEN
In den letzten Jahren ist in der Woiwodschaft Śląskie ein immenser Fortschritt in der Telekommunikation im Fest- wie im Mobilnetz zu verzeichnen. 2003 erreichte die Zahl der Telefonanschlüsse das Niveau von 1,5 Mio., damit entfallen auf je 1000 Einwohner 316,8 Teilnehmer (vergleichsweise beträgt diese Kennziffer für das gesamte Land 322,2). Große Investitionen in die Telekommunikation haben zur Folge, dass ein Grossteil der Leistungen im Telefonnetz von internationalen Konzernen abgewickelt wird. Neben den klassischen Teleinformationsleistungen stehen in der Woiwodschaft auch Dienstleistungen des s.g. intelligenten Netzes, des Digitalnetzes, etc. zur Verfügung.
Mit der Entwicklung moderner IT- Leistungen geht der zügige Zuwachs von Internet- Teilnehmern einher. In der Region wohnen 11% aller Internet- Nutzer landesweit. Die Woiwodschaft Śląskie ist führend hinsichtlich der Gemeinden mit eigenem Internetservice. In 2003 ist diese Kennziffer im Vergleich zu 2001 um 15 Prozentpunkte gestiegen und betrug 81%. Damit belegt die Region im Landesvergleich den 3. Platz.

KOMMUNALE INFRASTRUKTUR
Unter Maßnahmen, die auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung orientiert sind, nimmt die Kommunalwirtschaft einen wichtigen Platz ein.
In 2003 betrug die Wasserversorgungsnetzdichte in der Woiwodschaft Śląskie 142,8 km/100 km2 und war fast zwei mal so hoch wie die landesdurchschnittliche Dichte (74,3 km/100 km2). Die Kanalisationsnetzdichte in der Region ist mit 57,4 km/100km2 2,6 mal so hoch wie der landesweite Wert. Hinsichtlich der Wasser- und Kanalisationsnetzdichte liegt die Woiwodschaft landesweit an erster Stelle. Die Kennzahl für die Gasnetzdichte (112,6 km/100 km2) ist knapp 3,5 mal so hoch wie der landesweite Wert und sichert der Woiwodschaft im Landesvergleich den 2. Platz. Ende 2003 waren in der Region 214 Klärwerke für Siedlungsabwasser mit der Durchsatzkapazität von 974 412 m2 Tag im Betrieb, was 7,8% aller Klärwerke dieser Art. in ganz Polen ausmacht.

Alle Städte der Region sind an ein Wasser- und Kanalisationsnetz angeschlossen, 62 Städte an ein Gasnetz, und 66 Städte an Klärwerke.

GRENZÜBERGANGSSTELLEN
Auf dem Gebiet der Woiwodschaft befinden sich 46 Grenzübergangsstellen, davon: 32 nach Tschechien und 14 in die Slowakei (davon 13 für den Straßenverkehr und 4 für den Bahnverkehr) sowie ein Grenzübergang am Internationalen Flughafen "Katowice".